In diesem 4. Beitrag für Ihren „Meister der Mitarbeitergewinnung im Handwerk“ gehe ich auf 3 Möglichkeiten ein, wie Sie mehr Reichweite für Ihre Jobinserate bekommen und offene Stellen im Handwerk durch die Bekanntheit Ihrer Arbeitgebermarke schneller und leichter besetzen.

Mehr Reichweite für Ihre offenen Stellen im Handwerk

Sprechen wir darüber, welche Strategie auch Ihrem Handwerksbetrieb den schnellsten Erfolg bei der Mitarbeitersuche bringt.

Erfolgsschlüssel #4 in Ihrer Meisterschaft in der Mitarbeitergewinnung lautet Reichweite.

In den letzten Beiträgen (#1 Sichtbarkeit#2 Stelleninserat #3 Karriereseite) haben wir darüber gesprochen, dass Sie sichtbar werden müssen, um offene Stellen im Handwerk rascher zu besetzen.

Ich hatte Ihnen gezeigt, wie Sie anders als bisher kommunizieren wofür Sie stehen, dass Sie Ihre Stelleninserate künftig anders gestalten sollen und dass Sie eine Karriereseite brauchen, um den heutigen Erfordernissen des Arbeitsmarktes und dem Medium Internet gerecht zu werden (und im Internet sind Ihre Bewerber).

Aber das nutzt alles nichts, wenn Sie keine Besucher – also keine Reichweite haben.

Wie Sie (mehr) Reichweite bekommen

Es gibt drei Möglichkeiten dazu. Online, offline und ein „Ding“, das die wenigsten bedenken: Arbeitgeber-Bewertungsportale.

Und in diesem Beitrag möchte ich auf diese drei Punkte eingehen, so dass Sie sie in Ihrem Betrieb umsetzen können. Fangen wir beim ersten an:

Reichweite im Internet

Wenn Sie in Ihren Stelleninseraten und auf Ihrer Karriereseite (in für Ihre Bewerber möglichst ansprechender Form) durch Bild- oder Videosprache zeigen, wofür Sie stehen und warum ich mich bei Ihnen bewerben soll, dann wäre der logische nächste Schritt, Social Media dafür zu nutzen, neue
Bewerber zu bekommen.

Aber Achtung: Einfach nur auf Facebook posten „Bewirb Dich bei mir. Wir sind so toll!“, wird nicht funktionieren. Vielleicht haben Sie diese Erfahrung schon gemacht.

Weil Menschen nicht auf Facebook sind, um einen neuen Job zu suchen und offene Stellen im Handwerk zu finden. Wobei (fast) alle, die einen neuen Job suchen, trotzdem auf Facebook sind.

Also es braucht ein bisschen Kreativität, um diese Grätsche zu schaffen. Wir helfen unseren Kunden tagtäglich dabei, mit Jobposts auf Facebook (und die müssen nicht unbedingt kostenpflichtig sein) wirklich große Reichweite aufzubauen.

Also wenn Sie ein Online-Bewerbungssystem haben, das maschinenlesbar ist (darüber haben ich in den letzten Beiträgen berichtet), dann haben Sie die Möglichkeit, alle sozialen Netzwerke wie Instagram Twitter Facebook, Handwerkerportale, … aber auch vielleicht fürs Handwerk am ersten Blick nicht so spannende Karriereportale wie LinkedIn und Xing zu nutzen.

Wenn Sie einen einen HTL-Elektroingenieur suchen, dann könnten aber gerade LinkedIn oder Xing schon wieder spannend werden).

Facebook & Google Ads für offene Stellen im Handwerk

Natürlich kann man auch bei Facebook Anzeigen schalten. Natürlich kann
man das auch in anderen Netzwerken machen und man kann natürlich auch Google AdWords schalten (das tun Sie vielleicht als Handwerksunternehmen ohnedies.

Oder SEO mit der eigenen Webseite. Wenn allerdings dort oben
wieder der Karriere-Button fehlt, dann bringt Ihnen das bei der
Mitarbeitersuche gar nichts.

Social Media Reichweite lässt sich erst dann erfolgreich nutzen, wenn Sie gut kommuniziert haben, wofür Sie stehen und mir als Bewerber einen Grund geben, bei Ihnen mal anzurufen oder mal auf einen Kennenlern-Kaffee vorbei zu schauen.

Aber nicht alle Handwerksunternehmen können und wollen in Social Media investieren. Ich kenne einen Unternehmer (eines Elektrikerbetriebs), der gesagt hat: „Bitte Reinhard, lass mich in Ruhe mit der ganzen Social Media Geschichte. Ich weiß, dass meine Bewerber dort sind, aber ich bin es nicht. Ich will damit nichts zu tun haben. Haben wir nicht andere
Möglichkeiten?“.

Offline Kampagnen zur Reichweiter Ihrer offenen Stellen

Selbstverständlich. Und ich möchte Ihnen ein sehr anschauliches und einfaches Beispiel dafür an dieser Stelle hier präsentieren, das ich vom Recruiting-Experten Martin Gaedt übernommen habe und das auch bei unseren Kunden hervorragend funtioniert.

Offline heißt, ich muss mir überlegen, wo ist meine Zielgruppe – sprich: Wo gehen denn meine potenziellen Kandidaten oder künftigen Mitarbeiter immer wieder mal hin?

Ich habe den Inhaber des beschriebenen Elektrobetriebs gefragt: „Ja wo sind denn die Leute, die Elektriker? Wo halten sich die auf? Wo können wir mit Sicherheit oder mit großer Wahrscheinlichkeit viele Elektriker
auf einmal antreffen?“.

Nach kurzer Überlegung war es klar und er sprach zu mir: „Naja, das ist doch ganz klar, denen fehlt immer wieder mal… ein Stück Kabel, ein Klemmschuh, eine Sicherung, was auch immer.

Also denen fehlt Werkzeug und sie fahren dann entweder in den Großhandel oder, manchmal auch in den Baumarkt und kaufen sich das Zeug schnell (weil es günstiger und schneller geht als wenn sie zurück in die Firma, ins Lager fahren und dann wieder auf die Baustelle zurück).

Reichweite erzielen, wo sich Ihre Bewerber regelmäßig aufhalten

Sehr schön. Wenn ich also schon weiß, dass beim Großhandel oder beim Baumarkt Elektriker sind und nach Klemmschuhen, nach Kabellitzen oder was auch immer suchen, dann ist es gar nicht so schwer, dort mit dem Marktleiter zu sprechen.

Mein Kunde hat das gemacht. Und er bekam eine kostenfreie Möglichkeit, dass er zu den Kabelbindern und Klemmschuhen einen kleinen Flyer darunter geheftet hat mit Abrissstreifen und der Telefonnummer.

Text auf den Flyern: „Frust im Job als Elektriker? Wir stellen ein!“ Zusätzlich ein QR-Code (führt zur Karriereseite) auf den Zettel drauf, weil auch jeder Ihrer Mitarbeiter hat sein Handy in der Tasche immer dabei.

Über 100 Bewerbungen in 2 Wochen

Das Ergebnis dieser Offline-Kampagne: Innerhalb von 10 Tagen über 100 Bewerbungen.

70 davon waren unbrauchbar, 20 davon waren gut, 10 waren ziemlich gut und zwei hat er dann eingestellt.

Was hat das gekostet? Einmal ein bisschen Nachdenken. Einmal ein bisschen raus aus der Komfortzone. Einmal etwas anderes tun.

Die eigene Denkgrenze zu überwinden, auf den Marktleiter zu zu gehen, versuchen dieses „okay“ zu bekommen und so kleine Zettelchen mit einem QR-Code zu Ihrer eigenen Karriereseite (wie wir es im letzten Video besprochen haben) anzufertigen und dann zu warten, bis die ersten Anrufe kommen.

On- und Offline: Der richtige Mix bringt den Erfolg

Online Reichweite und Offline Reichweite geschickt miteinander zu kombinieren bringt die Reichweite für Ihre offenen Stellen im Handwerk nach vorne.

Überlegen Sie dazu: Wo ist meine Zielgruppe wo kann ich sie gut erwischen?

Und dann haben wir noch den dritte Reichweitenkanal – und auf den vergessen die meisten.

Reichweite auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen

Kennen Sie kununu? Nie gehört oder doch gehört?

Kununu ist eine Plattform, auf der sich Bewerber und Mitarbeiter tummeln, um ihren Arbeitgeber oder ihren potenziellen Arbeitgeber zu bewerten.

Schauen sie doch mal gleich selbst bei kununu nach, ob Sie über Ihr Handwerksunternehmen Bewertungen finden (und wenn ja, welche?). Und wenn Sie jetzt sagen: „Ich bin nicht auf kununu.“ nützt Ihnen das nichts, denn Ihre Kandidaten sind vielleicht schon dort.

Am Schlimmsten: Ihre Bewerber haben schlechte Bewertungen abgegeben wie zum Beispiel: „14 Tage nichts gehört! Habe mich beworben – hat sich nie gemeldet. Hat mir kurz vor Weihnachten abgesagt. Ich war zum Schnuppertag und dann nichts mehr gehört. Oder: Furchtbare Arbeitsbedingungen…“ – und Sie haben darauf nicht reagiert.

Sie informieren sich doch auch bei Amazon oder wenn sie eine Reise buchen, welche Rezensionen, wie viele Sterne gibt es dort? Und auch Sie würden vielleicht eher den Kühlschrank kaufen mit 200 4,5 Sterne Bewertungen als den gleich teuren mit wenigen 2,5 Sterne Bewertungen.

Genau das Gleiche machen Ihre Bewerber. Und vor allem die guten Bewerber, denn die kennen kununu in der Regel schon. Die gehen vorher nachschauen und sagen:

„Jetzt informiere ich mich mal!“

Ist der Installateur wirklich so gut? Ist die Tischlerei wirklich so
cool? Ist der Schlosser, der Maler wirklich so toll, wie er auf seiner Karriereseite sagt?

Sie können diesen Besucherstrom nicht stoppen. Aber Sie können die Meinung, die dort über Sie kundgetan wird, mitbestimmen.

Unsere Kunden machen das. Und wenn Sie wissen wollen, wie Sie auch Einfluss auf Bewerber – also diese Portale haben, wo Rezensionen über Ihr Unternehmen abgegeben werden, dann sollten wir dringend miteinander sprechen.

Gerne gehen wir diesen Punkt gemeinsam mit Ihnen durch und geben Ihnen Tipps für mehr Reichweite für Ihre offenen Stellen im Handwerk.

Hier geht´s zum nächsten Beitrag mit Erfolgschlüssel #5 auf Ihrem Weg zum Meister der Mitarbeitergewinnung für Ihren Handwerksbetrieb.


Reinhard Krechler
Reinhard Krechler

Reinhard Krechler, MSc ist Unternehmensberater, Coach und zertifizierter Experte für e-Recruiting und Marketing-Automatisation. Er hat mit Leadership Basics 4.0 das erste umfassende Online Führungskräfte Training entwickelt und damit hunderten Führungskräften dabei geholfen, ihre Teams leichter und besser zu führen. Nun hilft er Unternehmen dabei, im Internet rasch die richtigen Mitarbeiter zu finden und wertvolle Zeit einzusparen durch automatisierte Recruiting-Prozesse.

    1 Response to "Offene Stellen im Handwerk – was tun?"

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